Zuschreibungen - MiSchyMusic Unterricht

Top Banner Mischymusic
Logo Mischymusic
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Themen > Allgemein

                                             Auf 
Zuschreibungen 
                                                                            achten!


Es ist menschlich, das du für Misserfolge (und Erfolge) Erklärungen suchst – vor allem bei unerwarteten Ergebnissen. 
Du solltest dabei aber Folgendes berücksichtigen:



Die Art, wie dein Kind sich Erfolge/Misserfolge erklärt hat enormen Einfluss auf sein weiteres Lern- und Arbeitsverhalten. 

Diese Etiketten („Attribuierungen“) werden im Laufe der Zeit nämlich zu Teilen des Selbstbildes deines Kindes:

   
Praxis-Beispiel: 
Stefanie übt regelmäßig und konzentriert. 
Sie erarbeitet sich einen Gitarren-Song so gut, 
dass sie ihn musikalisch ausdrucksvoll, sicher und 
ohne Fehler in einem Vorspiel vortragen kann.

   
Führt sie (und ihr Umfeld) den Erfolg darauf zurück, dass sie sich vorher so angestrengt hat, so wird sie sich nächstes Mal wahrscheinlich wieder anstrengen
  
Sagt sie aber „Ich hatte halt einen guten Tag oder Glück“ oder „Das Stück war ja auch total leicht“ so wird die Anstrengungs-Bereitschaft demnächst weniger hoch sein.


Misserfolge in Siege verwandeln!

Gerade in Misserfolgen und Niederlagen schlummern große Lern-Chancen


In Erfolgen baden wir gern und ausgiebig (zu Recht!). Die Erfolgs-Gründe hinfragen wir aber eher selten (ist aber oft ratsam, weil motivierend!). 

Niederlagen hingegen "wurmen" uns. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, mit einem Misserfolg oder einer Niederlage umzugehen: entweder du bemitleidest dich selbst - und machst demnächstst wieder die gleichen Fehler. 

Oder du verwandelst die Niederlage in einen Gewinn für dich! 


Wie das geht?

Ganz einfach.  Wenn dein Kind es (evtl. mit deiner Hilfe) schafft, seine Niederlagen/Misserfolge ganz sachlich und ohne Anklagen zu analysieren, zeigen die aufgetretenen Fehler euch sehr wahrscheinlich Wege auf, wie dein Kind seine Leistung künftig verbessern kann. 

So kommt man Fehlern auf die Schliche, die man ohne diese Niederlage nie entdeckt hätte! 


Fehler sind also keine Feinde, sondern Freunde - sie helfen uns, besser zu werden. 

Der richtige Umgang mit Fehlern 
kann aus Niederlagen 
einen persönlichen Gewinn machen!

Diese Einstellung macht Kinder innerlich stark, weil sie die Einsicht ermöglicht, das Misserfolge und Verlieren kein Drama, sondern normal und sogar gut für unsere Entwicklung sind. 


Tipp: Erzähle deinem Kind doch ruhig öfter mal von deinen Misserfolgen - und was du daraus gelernt hast! Dein Kind lernt daraus: "Wenn selbst Mama/Papa Fehler macht, dann scheint das ja normal zu sein" Keine Angst, du verlierst bei deinem Kind dadurch keine Autorität, sondern gewinnst vielmehr sein Vertrauen. Denn Kinder brauchen keine fehlerfreien "Über-Eltern", sondern erwachsene Menschen, die gut mit sich und ihren eigenen Fehlern umgehen können.

Erklärungen für Erfolge/Misserfolge sollten möglichst so beschaffen sein, dass deutlich wird: 
"Du selbst bestimmst, wie das Ergebnis ausfällt":

Motivations-fördernde Erklärungen

„Ich muss meine Vokabel-
Kenntnisse verbessern“ 
(Nächstes Mal lerne ich intensiver Vokabeln)         

„Ich habe mir zu wenig Zeit 
zum Lernen genommen“ 
(Nächstes Mal nehme ich mir mehr Zeit)                   

„Ich konnte mich nicht gut konzentrieren, 
weil ich 
nicht ausgeschlafen war.“                                             
(Nächstes Mal werde ich rechtzeitig ins Bett gehen)

"Ich habe letzte Woche das Üben 
zu oft vergessen."
(Ich werde mir einen Wecker stellen)

Motivations-hemmende Erklärungen

 „Herr Bimmelbaum wählt immer die 
         schwierigsten Vokabeln aus“
(Er ist schuld, darauf hab ich keinen Einfluss)

 „Ich kann halt kein Latein“
 (Damit muss ich mich abfinden-Resignation)

„Ich brauch halt den Druck“
(Andere müssen Druck machen)

„Herr Bimmelbaum mag mich nicht“
(Er, unabänderbar)

„Wir hatten ja auch 5 Mathelehrer in den letzten drei Halbjahren“
(Die Umstände sind Schuld)
 

Praxis-Frage: Gerade "blöde Lehrer" müssen gern mal als Begründung für schlechte Leistungen herhalten. Und jeder kennt solche Lehrer, es gibt sie wirklich! Die Frage ist nur, ob dein Kind zulassen will, das es sich (wie oben gesehen) mit dieser Erklärung die eigene Motivation kaputt macht. 

Wie kann dein Kind es also besser angehen

Tipp: Mach aus dem blöden Lehrer eine Herausforderung, nach dem Motto 

"Bei guten Lehrern kann jeder leicht eine gute Note erreichen. Aber einen blöden Lehrer durch meine Leistungen dazu zu zwingen, mir eine gute Note zu geben - das schaffen nur die wirklich Guten!"

Gleichzeitig solltest du als Mutter/Vater die Erwartungen aber herabschrauben und dies deinem Kind auch sagen: Frag' dich doch mal ernsthaft, welche Note du (Mutter/Vater) in der dritten Mathe-Arbeit im ersten Halbjahr des 7. Schuljahres hattest? Wenn du's nicht sofort weißt, kann die Note wohl nicht sooo weltbewegend wichtig sein, oder?


Zusammenfassung:

Motivation hängt stark davon ab, welche Eigenschaften 
man sich selbst zuschreibt: 

Positive Zuschreibungen („Ich kann…mehr/intensiver üben“) fördern die Motivation und führen nachgewiesenermaßen zu besseren Leistungen.

Negative Zuschreibungen und Schuldzuweisungen 
an andere („Ich bin zu doof“, „Der mag mich nicht“) hingegen 
sind Motivations-Killer, denn sie rufen Untätigkeit hervor.
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü