Welche Rolle spielt Talent beim Musikmachen? - MiSchyMusic Unterricht

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Talent oder Transpiration?
Wie werde ich

ein guter Musiker?


„Hochbegabung“ - „Genie“ - „Super-Talent“. Mit solchen Begriffen arbeiten TV, Presse und anderen Medien gern. Die Schlagworte suggerieren: Hier hat Gott jemandem eine Gabe angeboren und dieses Geschenk (allein) ermöglicht es, geniale Leistungen zu erbringen. Aber: ist das so ?

Uneinig

Wenn Wissenschaft

kein Wissen schafft


Nach heutigem Stand der Forschung teilen sich die Einschätzungen der Wissenschaftler in Begabungs-Befürworter und -Kritiker. Es ist also gar nicht so klar, ob es Begabung überhaupt gibt und wie man es definieren kann. Man kann nur beobachten, dass manche Menschen bestimmte Tätigkeiten besonders gut können.


Die Definition dass manchen Menschen etwas besonders "leicht" fällt, kann nach meiner Meinung eher nicht gelten: denn dies ist eher ein Zeichen für eine (vielfach) eingeübte Tätigkeit. Nicht umsonst kommt das Wort "Kunst" von "Können" - sonst hieße es ja "Wollst" ;-)

Aberglaube Begabung

Maßlos überschätzt

Meiner Meinung nach wird das „Begabt-Sein“ in der allgemeinen Wahrnehmung überschätzt. Ja es führt sogar teilweise zu der irrigen Annahme, einem Begabten fiele es grundsätzlich und immer leicht, ein Instrument zu erlernen. Das ist nicht so, das kann ich aus eigener Erfahrung berichten:

Bild vom jungen Mozart
W.A. Mozart, das "Supertalent"

Geniales Können

Was steckt dahinter?


Mir selbst wurde als Kind oft eine hohe musikalische Begabung attestiert. Das war zwar immer ein tolles Kompliment, hätte mir aber überhaupt nichts genutzt: Begabung ist für sich genommen erst mal...nix !


Irgendwo hab ich mal einen tollen Vergleich gelesen: Begabung ist wie ein Computer mit Top-Hardware: ohne Software völlig nutzlos!

Richtige Programmierung

Please bite a bit


Wäre da nicht meine Bereitschaft gewesen, etwas aus meiner Begabung zu machen, wäre ich heute immer noch "begabt" - aber es hätte sich nicht in etwas Reales, Greifbares, Messbares verwandelt.


Hinzu kam die Beharrlichkeit meines Vaters, der mich immer wieder motivierte, jeden Sonntag mit ihm zusammen zu musizieren, (auch wenn mich das oft genervt hat). Er nahm mich mit zu "seinem" Orchester und besuchte mit mir Konzerte , in denen ich Vorbilder fand.


Erst alle diese Faktoren zusammen haben dazu geführt, das mein Talent zu einem konkreten Können ausgebildet werden konnte.

Um auf den Vergleich zurück zu kommen:

Begabung ist die Hardware - beharrliche Übung die Software


Talent berechnen
Zahlen bitte!

Da ich selbst als Talent galt und die Anzahl meiner Übungs- und Unterrichts-Stunden besser als die anderer Musiker einschätzen kann, nehme ich mich mal ganz unbescheiden selbst als (relativ übungsfaules) Beispiel:


(1) Alle Instrumente und Fächer zusammenrecht habe ich etwa 25 Jahre (!) lang Musik-Unterricht bekommen, etwa 1000 Stunden.


(2) Wenn ich an jedem Tag dieser 25 Jahre nur 15 Minuten geübt habe, sind das 2281 Übungsstunden. Danach 16 Jahre ohne Unterricht täglich 15 Min. macht 1460 Stunden dazu.

(3) Spielen in Orchestern (ab 9) = 31 Jahre lang jede Woche 1 ½ Stunden = 2418 Stunden


Glaubst du nicht,
das du nach mindestens

7159
Übungsstunden
auch
ein recht passabler
Musiker wärst ?

Das wärst du mit Sicherheit – ob mehr begabt oder weniger spielt da kaum eine Rolle. Die fast esoterisch anmutende gottgegebene Begabung, die man braucht um ein guter Musiker zu werden, entpuppt sich bei näherer Betrachtung also als kaum etwas anderes als...


Übung,

Geduld, Ausdauer

und

Durchhalten!



Fazit: "Mal eben" ein Instrument lernen, weil man ja ach so talentiert ist:
is nich.


Lese weiter, wie man diese Eigenschaften erwirbt !

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